Welchen Ursprung haben Weihnachtsbräuche?

Um es vorweg zu sagen: Eine eindeutige Antwort auf die Frage nach den Ursprüngen des Christbaumes gibt es nicht, aber dafür eine ganze Reihe interessanter Fährten. Auf der Nord- und auf der Südhalbkugel gehört Weihnachten zu den beliebtesten Festen, sowohl unter Gläubigen als auch unter "Ungläubigen". In Japan mit seiner nichtchristlichen Schinto-Mehrheit hat Weihnachten neben anderen Feiern einen festen Platz und ist eine Zeit ungehemmten Jubels und Trubels und der Geschäftemacherei geworden. Ist das Weihnachtsfest aber schon immer so verweltlicht gewesen? Wo hat dieses alljährliche Fest seinen Ursprung?

Die Umwandlung alter Feste in einen einzigen kurzen, achtbaren familiären Anlaß setzte etwa in den 1830er Jahren ein . . . und war in den 1870er Jahren mehr oder weniger abgeschlossen, als die Figur des Nikolaus zum erstenmal in England in Erscheinung trat", heißt es in Christmas Past. Gleichzeitig löste die Geschichte Ein Weihnachtslied von Charles Dickens, die von der Bekehrung des geizigen Scrooge zum Geist des Weihnachtsfestes erzählt, Mildtätigkeit gegenüber den Armen aus. Der Schmutz und die wirtschaftlichen Härten des Stadtlebens als Folge der industriellen Revolution veranlaßten die Viktorianer, eine Art moralischen Kreuzzug einzuleiten, der später, im Zeitalter Eduards, dahin gehend gemäßigt wurde, daß die Wohltätigkeit auf die ?achtbaren" Armen beschränkt wurde.

IMMERGRÜNER WEIHNACHTSSCHMUCK

Herausragend unter dem Weihnachtsschmuck sind Stechpalme, Efeu und Mistel, die als ?magische, in einer toten Jahreszeit Frucht tragende Pflanzen" beschrieben werden. Aber warum gerade diese immergrünen Pflanzen? Einige glauben zwar, daß die roten Stechpalmenbeeren Christi Blut und die stachligen Blätter die ?Dornenkrone" darstellen, die die Soldaten des Pontius Pilatus Jesus spottend auf den Kopf setzten, doch die Heiden betrachteten die glänzenden Blätter und Beeren der Stechpalme als männliches Symbol des ewigen Lebens (Matthäus 27,29). Den Efeu sahen sie als weibliches Symbol der Unsterblichkeit an. Stechpalme und Efeu zusammen wurden zu ihrem Fruchtbarkeitssymbol. Die Verbindung zwischen der Mistel und dem Heidentum ist immer noch so stark, daß es in dem Buch The Customs and Ceremonies of Britain (Die Bräuche und Feiern Englands) heißt: ?Kein Kirchendekorateur würde sie dulden ? außer in der Kathedrale von York." Der bekannteste immergrüne Weihnachtsschmuck ist der Weihnachtsbaum, der schon lange zur deutschen Tradition gehört und in England durch Königin Viktorias Gemahl, Prinz Albert, beliebt wurde; er steht im Mittelpunkt der Weihnachtsfeier im Familienkreis. Seit 1947 schickt die norwegische Hauptstadt Oslo jedes Jahr einen Weihnachtsbaum nach London, der auf dem Trafalgar Square aufgestellt wird.

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